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Drei Jahre Katzenäcker

Seit drei Jahren leben Flüchtlinge in der Gemeinschaftsunterkunft in den Katzenäckern und genauso lang ist der Freundeskreis Flüchtlinge Oberesslingen dort aktiv. Wir erhalten in unserem Engagement viel Unterstützung aus den Kirchengemeinden. Das erleichtert uns die Arbeit sehr und gibt uns moralischen Rückenwind. Darüber sind wir dankbar und halten Sie gerne über unsere Arbeit auf dem Laufenden:

Drei Jahre Flüchtlingsunterkunft in den Katzenäckern

Das Herzstück unserer Aktivitäten ist unser Begegnungscafé in der Unterkunft. Dorthin kommen die Geflüchteten, wenn sie Fragen haben oder einfach um ein Schwätzle zu halten. Dort treffen sich die Engagierten, um sich auszutauschen, und auch für Nachbarn steht das Café offen. Die umfangreichste Arbeitsgruppe ist unsere „Alltagsbegleitung“. Hier finden die Flüchtlinge Unterstützung bei Behördenkontakten, im Asylverfahren, bei Bewerbungen und einfach allem, was anfällt. Außerdem helfen wir beim Deutschlernen und bei Hausaufgaben, haben eine Fahrradwerkstatt, eine Kleiderkammer, eine Sportgruppe und einen Rechtshilfefonds.

Die Situation der Flüchtlinge hat sich in den letzten Jahren stark verändert und dadurch auch unsere Aufgaben. Zu Beginn lebten knapp 100 Geflüchtete in der Unterkunft. Fast alle kamen aus dem Nahen Osten, viele aus Syrien. Die meisten aus dieser Gruppe erhielten rasch eine Aufenthaltsgenehmigung. Trotz aller belastender Erlebnisse, die hinter den Männern lagen, herrschte doch ein gewisser Optimismus und ein guter Gemeinschaftssinn in der Unterkunft. Inzwischen hat sich die politische Situation verändert. Da es viel weniger Flüchtlingen gelingt, nach Europa und nach Deutschland zu gelangen, wurden etliche Unterkünfte im Kreis Esslingen wieder geschlossen. Auch die Katzenäcker sind mit derzeit rund 50 Bewohner*innen nicht mehr ganz voll besetzt, dennoch herrscht Leben in den 3 Häusern. Wir Engagierten vom Freundeskreis Flüchtlinge Oberesslingen freuen uns darüber. 3 Jahre lang haben wir Erfahrungen und Wissen angesammelt, Kontakte zu Behörden und anderen Initiativen geknüpft und Beziehungen zu den Geflüchteten aufgebaut, die sich teilweise von einem rein unterstützenden Charakter längst zu freundschaftlichen Beziehungen entwickelt haben. Wir sind froh, mit all diesen Erfahrungen die Flüchtlinge weiterhin unterstützen zu können.

Inzwischen leben in der Unterkunft auch Menschen aus Afrika. Und erstmals sind seit kurzem auch zwei Familien mit zusammen 9 Kindern bei uns untergebracht. Eine neues Aufgabenfeld für unseren Freundeskreis.

Die Stimmung in der Unterkunft ist nicht mehr so lebhaft wie am Anfang. Zum einen liegt das sicher daran, dass viele Flüchtlinge inzwischen eine Arbeit gefunden haben. Etliche arbeiten im Reinigungsbereich, oft während der Nacht. Da ist es klar, dass sie ihre Ruhe haben wollen, wenn sie in der Unterkunft sind. Ein anderer Grund liegt darin, dass die Asylanträge unserer Bewohner zunehmend abgelehnt werden. Die Chancen, doch noch ein Bleiberecht zu erhalten, stehen schlecht, entsprechend deprimiert sind viele Geflüchtete und ziehen sich zurück. Mit Gemeinschaftsaktionen wie unserem Sommerfest versuchen wir den Zusammenhalt der Bewohner zu stärken und ihnen zu zeigen, dass es in ihrer Umgebung viele Menschen gibt, die an ihrer Situation Anteil nehmen.

Ein Schwerpunkt unserer Arbeit dieses Jahr ist die Vermittlung in eine Ausbildung. Wir hatten schon Auszubildende als Bäcker, als Koch, als Gas- und Wasserinstallateur, und zukünftig vielleicht bald als Maler und Stuckateur. Eine Ausbildung ist ein zentraler Baustein bei der Integration, dazuhin ist eine Ausbildungsduldung für manche Geflüchtete die einzige Chance auf ein Bleiberecht. Wichtige Voraussetzung dafür sind ausreichende Deutschkenntnisse, und so ist unterstützen wir, wo es geht, beim Deutschlernen: durch eigenen Unterricht, durch die Vermittlung in andere Kurse und auch, falls es keine öffentliche Förderung gibt, durch die (Teil-)Finanzierung der Kurse. Aber oft sind es gar nicht die Deutschkenntnisse, die den Start in eine Ausbildung erschweren. Die Berufsschulen stellen oft auch in den anderen Fächern hohe Anforderungen. So konnte ein Flüchtling, der gerne eine Ausbildung als Altenpfleger machen wollte, diese nicht aufnehmen, weil er kein Englisch konnte.

Eine weitere Mammutaufgabe für den Freundeskreis ist es, Wohnungen zu finden. Nach Abschluss des Asylverfahrens und spätestens nach 2-jährigem Aufenthalt müssen/dürfen die Geflüchteten die Gemeinschaftsunterkunft verlassen. Aber jeder weiß ja, was für ein Kunststück es ist, auf dem freien Wohnungsmarkt in Esslingen ein Zimmer oder eine kleine Wohnung zu finden. Mithilfe von privaten Beziehungen der Engagierten ist es uns trotzdem gelungen, einige Flüchtlinge privat unterzubringen. Allen, die dies möglich machen, ganz herzlichen Dank! Wer keinen privaten Wohnraum findet, kommt in eine städtische Anschlussunterbringung. Da gibt es schöne Konzepte wie die Hoffnungshäuser, die allerdings nur sehr begrenzte Plätze haben. Den meisten bleibt nichts anderes übrig als die Unterbringung in einer Obdachlosenunterkunft. Kein guter Ausgangspunkt für die jungen Männer, die sich um Integration in unsere Gesellschaft bemühen! Viele unserer ehemaligen Bewohner bleiben über das Begegnungscafé weiter mit uns in Kontakt. Darüber freuen wir uns immer.

So gehen uns die Aufgaben gerade nicht aus. Wir freuen uns, wenn Sie sich für die Arbeit des Freundeskreises interessieren. Weitere Infos und Kontaktmöglichkeiten finden Sie auf unserer Homepage (www. freundeskreis-fluechtlinge-oberesslingen.de)

Stefanie Eichler

(Freundeskreis Flüchtlinge Oberesslingen)

  1. August 2019

Hingehen: Seebrücke-Aktion am 6. Juli 2019

Day-Orange: Seebrücke-Aktion auf dem Rossneckar am 06.07.19

Zu einer ungewöhnlichen Kundgebung lädt die Seebrücke-Gruppe Esslingen am
OrangeDay 06.07.19 ein: In einem 12 m original großen Schlauchboot findet auf dem
Rossneckar jeweils um 15 Uhr und 16 Uhr eine Kundgebung statt.

Zwei Aktivisten,
Ines Fischer,Asylpfarrerin aus Reutlingen und
Yahya Sonkoaus Gambia
werden u.a. zur Seenotrettungauf dem Mittelmeer reden.

Parallel dazu erhalten Interessierte Infomaterialien am Seebrücke-Stand auf der Agnesbrücke.

Unterstützt wird die Aktion von der Caritas Fils-Neckar-Alb, dem Kreisdiakonieverband Esslingen, dem Evangelischen Kirchenbezirk Esslingen und der Katholischen Gesamtkirchengemeinde Esslingen.

Spendenprojekt HERMINE

Uns ist aufgefallen, dass in manchen Kleiderkammern in Esslingen Spenden vorliegen, die von den Menschen hier nicht benötigt werden. In verschiedenen Flüchtlings-Hotspots erfrieren jedoch Menschen. Menschen, die unter dem kalten Winter und unter Not leiden und teilweise auf ihrer Flucht fest sitzen. Darum wollen wir das Projekt HERMINE in Würzburg unterstützen.
HERMINE hat eine Lagerhalle angemietet und sendet aktuell monatlich Hilfstransporte an unterschiedliche Hotspots. Die Spenden gehen an alle Hotspots z.B. Lesvos, Chios, Samos und auch derzeitige Brennpunkte im Balkan, auch in “plötzliche” inoffizielle Camps…Velic Kladusa z.B.

Die Mitarbeiter*innen des Projekts haben uns eine Liste mit benötigten Hilfsgütern gesendet. Solltet ihr also in euren Kleiderkammern oder im privaten Umfeld benötigte Dinge haben, die ihr Spenden wollt, dann gebt mir bitte Bescheid. Wir können die Sachen eventuell auch abholen. Solltet ihr uns bei der Sichtung, beim Verpacken etc. unterstützen wollen, dann freue ich mich auch über eine kurze Nachricht.

Hier die Liste der benötigten Spenden:

– Warme Schuhe
– Socken und Unterwäsche (ganz arg wichtig, gibt’s in den Sammelstellen nicht, weil sich niemand traut, das abzugeben)
– Mützen, Schals, Handschuhe
– Warme Winterjacken
– Lange Hosen
– Warme Pullover/ Sweatshirts
– Spielzeug
– Isomatten
– Schlafsäcke
– Zelte
– Regenponchos
– und sowohl für Frauen und Männer: Winterliche Bekleidung (keine T – Shirts oder kurze Hosen)

Wir bieten nun folgende Abgabetermine in der Kleiderkammer in Altbach,
Schillerstraße 16, altes Schulgebäude, oberer Stock
an:
Sonntag, 27. Januar 2019, 19 bis 20 Uhr
Dienstag, 29. Januar 2019, 20 bis 21 Uhr
Donnerstag, 31. Januar 2019, 17:30 bis 18:30 Uhr

Für Oberesslingen gibt es die bewährte Sammelstelle im Pfarrhaus der Versöhnungskirche (Paracelsusstraße 32, 73730 Esslingen).
Das Pfarrhaus ist immer geöffnet ab morgens und bis in den Abend. Pfarrer Schwarzer bittet darum, die Kartons nicht ins Foyer sondern in den Saal zu stellen. Das ist auch eine generelle Bitte: wenn möglich keine Plastiktüten sondern Kartons zu verwenden.
Die Spenden sollten bis spätestens 6. Februar 2019eingestellt werden.

WICHTIG: Bitte bringt nur Spenden aus der unten stehenden Liste. Diese sollen schon gesichtet und in Umzugskartons verpackt sein. Bitte sortiert die Sachen und beschriftet die Kartons, z.B. Pullover Größe M/L Männer.

Zudem benötigen wir noch weitere Umzugskartons.
Ebenso freuen wir uns über eine finanzielle Unterstützung für enstehende Kosten. Bitte diese auf das Spendenkonto des AK Asyl mit dem Betreff Projekt HERMINE überweisen. Wir weisen euch hiermit darauf hin, dass wir die Geldspenden für den Transport benutzen und falls etwas übrig bleibt das Projekt HERMINE oder andere Hilfsorganisationen an den europäischen Außengrenzen damit unterstützen.

kath. Kirchengemeinde Zum Heiligen Kreuz
KSK Esslingen, IBAN DE 15 611 500 20 0000 250 513, BIC ESSLDE66XXX
Volksbank Plochingen, IBAN DE97 611 913 10 0755 7060 05, BIC GENODESS1VBP