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Schutzmasken

Seit dem 27. April 2020 muss jeder und jede, die ein Geschäft betritt oder öffentlich fahren möchte, für diesen Zweck eine Schutzmaske tragen. Und dies auf unabsehbar lange Zeit. Paradox ist, dass es bis zu diesem Zeitpunkt nicht genügend Masken zu kaufen gab.
So ist es ein großes Glück, wenn es Menschen gibt, die diese Masken selbst nähen können. Die Bilder zeigen, was für einzigartige Exemplare für die Unterkunft entstanden sind. Vielen Dank!

Postkartenaktion

Die Vorstellung, wochenlang zu Hause zu bleiben und Familie und Freunde nicht treffen zu können, ist ganz schön deprimierend. Für die Geflüchteten ist die Situation noch schwieriger. Sie sind eh schon voller innerer Unruhe und Sorge, fühlen sich einsam ohne ihre Familien – und jetzt auch noch die Isolation wegen Corona. Wir haben uns überlegt, wie wir die Geflüchteten in dieser Situation unterstützen können, auch ohne selbst in der Unterkunft vorbeizukommen. Am wichtigsten ist es, in Kontakt zu bleiben. Übers Handy sind die meisten Geflüchteten gut mit uns verbunden. Dazuhin haben wir uns die Postkartenaktion überlegt. Jeden Tag während der Sperre schreibt einer oder eine aus dem Freundeskreis ein Postkarte an die Unterkunft: mit einem netten Gruß, einem schönen Spruch oder einem Witz. Über eine Doodle-Liste können sich die Beteiligten eintragen, damit die Postkarten terminlich gut verteilt sind. In der Unterkunft werden die Karten dann mit Wäscheklammern an eine Leine gehängt, die im Aufenthaltsraum befestigt ist. So wird Verbundenheit sichtbar und greifbar, und wir hoffen, die Kartenschreiber*innen wie die Geflüchteten haben ihre Freude daran.

So fing es an:

Dann füllte sich das zweite Seil:

Inzwischen haben wir schon ein drittes Seil für die Postkarten gespannt:

Gartenstühle gesucht!

Raus in den Garten oder auf den Balkon sitzen zu können und die Sonne genießen – das tut einfach gut. Vor allem jetzt während Corona, wo wir in unserer Bewegungsfreiheit eingeschränkt sind. Für die Geflüchteten in der Oberesslinger Unterkunft ist das nicht so einfach. Zu Beginn der Krise gab es keine geeigneten Stühle, die man auch mal bei Regen draußen stehen lassen konnte.

Zum Glück hat unser Aufruf vom 29. März 2020 gefruchtet und inzwischen haben wir 27 Stühle geschenkt bekommen! Herzlichen Dank!
Vorläufig ist kein Bedarf mehr an weiteren Spenden.

Projekt HERMINE

Spendensammlung für das Projekt “Hermine”

Liebe Menschen,

der Winter steht vor der Tür und vielen Menschen in Europa fehlt es am Nötigsten (Warme Kleidung, Schuhe, Decken, Hygieneartikel, ein Dach bzw. Zelt über dem Kopf). Deswegen wollen wir zum dritten Mal in diesem Jahr Sachspenden sammeln. Wir, das ist ein Gruppe engagierte Frauen aus Esslingen und Altbach. Dabei arbeiten wir zusammen mit dem Arbeitskreis Asyl Altbach und der Mobilen Flüchtlingshilfe ev. Hermine aus Würzburg. (http//www.mfh.global/hermine)

In den nächsten drei Wochen wollen wir sammeln und zu Spenden aufrufen. Um dann Anfang des neuen Jahres die Spenden nach Würzburg zu bringen, wo Hermine sie dann zu Menschen in Not in Europa transportiert.

Hier unsere Abgabetermine in der Kleiderkammer in Altbach, Schillerstraße 16, im alten Schulgebäude, 1. Stock***:

  • Dienstag, 10.12 von 18 – 19 Uhr
  • Donnerstag, 12.12. von 18 – 19 Uhr
  • Dienstag, 17.12. von 18 – 19 Uhr
  • Mittwoch, 18.12. von 18 – 19 Uhr
  • Samstag, 21.12. von 11 – 14 Uhr

Was kann gespendet werden:

  • Winterkleidung in verschiedenen Größen (bevorzugt für Männer)
  • Schuhe
  • Hygieneartikel (Duschgel, Seifen, Menstruationsprodukte, Zahnbürsten usw.)
  • Zelte, Decken, Schlafsäcke, Microfaserhandtücher

Bitte nur saubere und gut erhaltene Sachspenden. In vielen Lagern kann nicht gewaschen werden.

Wenn Sie zu Hause keine gebrauchten Produkte haben, freuen wir uns auch sehr über gekaufte Sachen, z.B. neue Socken und Unterwäsche sowie Hygieneartikel.

Wenn Sie unsere Aktion finanziell unterstützen möchten, z.B. für die Transportkosten dürfen Sie gerne unter dem Betreff Projekt Hermine an das Konto des AK Asyl spenden. (Kath. Kirchengemeinde Zum Heiligen Kreuz
KSK Esslingen, IBAN DE 15 611 500 20 0000 250 513, BIC ESSLDE66XXX
) Was übrig bleibt überweisen wir an Hermine.

Zum Verpacken benötigen wir natürlich auch wieder Umzugskartons. Und wer uns persönlich unterstützen möchte ist herzlich willkommen.

Wir freuen uns auf Ihre Spenden.

Winterliche Grüße

Sarah Schiffler, Johanna Renz, Magdalena Keltsch und Jessica Priziwarra

 

***Für alle , die keine Möglichkeit haben, ihre Spenden nach Altbach zu bringen, besteht die Möglichkeit, sie im Pfarrhaussaal der Versöhnungskirche abzustellen. Adresse : Paracelsusstraße 32   73730 Esslingen.

Die Türe ist in der Regel zwischen 8.30 und 20.00 offen – also, bitte reingehen ohne zu klingeln , drinnen sich nach rechts wenden – schon steht man vor der Türe zum Pfarrhaussaaal. Dort dann die Spende abstellen.

Sollte ausnahmweise geschlossen sein – und bitte nur dann – die Spende vor der Türe abstellen.

Rückblick: Kino in der Kirche

Zu einem Kinoabend mit ganz besonderen Filmen hatte der Freundeskreis Flüchtlinge Oberesslingen  am 23. November 2019 um 19 Uhr in die Versöhnungskirche eingeladen.

Gezeigt wurden mehrere Kurzfilme, die von Geflüchteten selbst geschrieben und in und um Esslingen gedreht wurden. Mal ernst, mal heiter – bisweilen sogar schräg -, aber immer höchst unterhaltsam setzten sich die Autoren, Regisseure und Schauspieler mit dem Thema “Migration und Integration in die deutsche Gesellschaft” auseinander.

Dazu passte ein ebenfalls selbstgedrehter Streifen des Jugendhauses Nexus, mit dem sechs Jugendliche aus Oberesslingen beim React-Projekt der Europäischen Union gegen Mobbing, Hass und Gewalt angetreten und als bester deutscher Beitrag auf dem ersten Platz gelandet waren.

Mit dabei waren Drehbuchautoren, Regisseure und Schauspieler u.a. aus dem Iran und Afghanistan, die ihre Werke kurz vorstellten. Dazu gab es Kulinarisches, Musikalisches und Literatrisches aus den Heimatländern der Filmemacher und Raum für interessante Gespräche und Begegnungen.

 

Winterkleidung gesucht

Die Kleiderkammer bittet um Spenden von warmen Wintersachen für Männer, vor allem:

– warme Jacken

– warme Pullover

– Mützen/Schals/Handschuhe

– feste Schuhe/Stiefel ab Gr. 39

Die Annahme von Spenden erfolgt an jedem erstem Freitag im Monat von 17 bis 18 Uhr in der Flüchtlingsunterkunft Katzenäcker, Schorndorfer Straße 110 auf der Rückseite von Haus 1.

Die nächsten Annahmetermine sind:

  • 6. Dezember
  • 3. Januar 2020

Gottesdienst mit dem Freundeskreis

Am Sonntag, 17. November 2019 feiern wir in der Martinskirche um 10 Uhr einen Gottesdienst zum Thema Flucht und Migration, der im Team von PfarrerInnen und Mitgliedern des Freundeskreises Flüchtlinge vorbereitet und gestaltet wird.

Im Fokus dieses Gottesdienstes steht das Spannungsverhältnis von Annahme und Ablehnung: Viele Geflüchtete machen die Erfahrung, dass Ihrer Lebensgeschichte und der Dringlichkeit, hier in Deutschland bleiben zu müssen, nicht geglaubt wird. Sie erhalten einen Ablehnungsbescheid und sind dann oft von Abschiebung bedroht. Auf der anderen

Seite hören wir in der Bibel von der bedingungslosen Annahme des Menschen durch Gott.
Wie aber können wir christlich von Annahme reden angesichts der Realität der Ablehnung? Dieser Frage versuchen wir in diesem Gottesdienst inmitten der Friedensdekade nachzugehen.

Herzliche Einladung, an diesem Versuch teilzunehmen – und sich im Anschluss bei Getränk und Snack auszutauschen!

Pfarrer Stefan Cohnen

Drei Jahre Katzenäcker

Seit drei Jahren leben Flüchtlinge in der Gemeinschaftsunterkunft in den Katzenäckern und genauso lang ist der Freundeskreis Flüchtlinge Oberesslingen dort aktiv. Wir erhalten in unserem Engagement viel Unterstützung aus den Kirchengemeinden. Das erleichtert uns die Arbeit sehr und gibt uns moralischen Rückenwind. Darüber sind wir dankbar und halten Sie gerne über unsere Arbeit auf dem Laufenden:

Drei Jahre Flüchtlingsunterkunft in den Katzenäckern

Das Herzstück unserer Aktivitäten ist unser Begegnungscafé in der Unterkunft. Dorthin kommen die Geflüchteten, wenn sie Fragen haben oder einfach um ein Schwätzle zu halten. Dort treffen sich die Engagierten, um sich auszutauschen, und auch für Nachbarn steht das Café offen. Die umfangreichste Arbeitsgruppe ist unsere „Alltagsbegleitung“. Hier finden die Flüchtlinge Unterstützung bei Behördenkontakten, im Asylverfahren, bei Bewerbungen und einfach allem, was anfällt. Außerdem helfen wir beim Deutschlernen und bei Hausaufgaben, haben eine Fahrradwerkstatt, eine Kleiderkammer, eine Sportgruppe und einen Rechtshilfefonds.

Die Situation der Flüchtlinge hat sich in den letzten Jahren stark verändert und dadurch auch unsere Aufgaben. Zu Beginn lebten knapp 100 Geflüchtete in der Unterkunft. Fast alle kamen aus dem Nahen Osten, viele aus Syrien. Die meisten aus dieser Gruppe erhielten rasch eine Aufenthaltsgenehmigung. Trotz aller belastender Erlebnisse, die hinter den Männern lagen, herrschte doch ein gewisser Optimismus und ein guter Gemeinschaftssinn in der Unterkunft. Inzwischen hat sich die politische Situation verändert. Da es viel weniger Flüchtlingen gelingt, nach Europa und nach Deutschland zu gelangen, wurden etliche Unterkünfte im Kreis Esslingen wieder geschlossen. Auch die Katzenäcker sind mit derzeit rund 50 Bewohner*innen nicht mehr ganz voll besetzt, dennoch herrscht Leben in den 3 Häusern. Wir Engagierten vom Freundeskreis Flüchtlinge Oberesslingen freuen uns darüber. 3 Jahre lang haben wir Erfahrungen und Wissen angesammelt, Kontakte zu Behörden und anderen Initiativen geknüpft und Beziehungen zu den Geflüchteten aufgebaut, die sich teilweise von einem rein unterstützenden Charakter längst zu freundschaftlichen Beziehungen entwickelt haben. Wir sind froh, mit all diesen Erfahrungen die Flüchtlinge weiterhin unterstützen zu können.

Inzwischen leben in der Unterkunft auch Menschen aus Afrika. Und erstmals sind seit kurzem auch zwei Familien mit zusammen 9 Kindern bei uns untergebracht. Eine neues Aufgabenfeld für unseren Freundeskreis.

Die Stimmung in der Unterkunft ist nicht mehr so lebhaft wie am Anfang. Zum einen liegt das sicher daran, dass viele Flüchtlinge inzwischen eine Arbeit gefunden haben. Etliche arbeiten im Reinigungsbereich, oft während der Nacht. Da ist es klar, dass sie ihre Ruhe haben wollen, wenn sie in der Unterkunft sind. Ein anderer Grund liegt darin, dass die Asylanträge unserer Bewohner zunehmend abgelehnt werden. Die Chancen, doch noch ein Bleiberecht zu erhalten, stehen schlecht, entsprechend deprimiert sind viele Geflüchtete und ziehen sich zurück. Mit Gemeinschaftsaktionen wie unserem Sommerfest versuchen wir den Zusammenhalt der Bewohner zu stärken und ihnen zu zeigen, dass es in ihrer Umgebung viele Menschen gibt, die an ihrer Situation Anteil nehmen.

Ein Schwerpunkt unserer Arbeit dieses Jahr ist die Vermittlung in eine Ausbildung. Wir hatten schon Auszubildende als Bäcker, als Koch, als Gas- und Wasserinstallateur, und zukünftig vielleicht bald als Maler und Stuckateur. Eine Ausbildung ist ein zentraler Baustein bei der Integration, dazuhin ist eine Ausbildungsduldung für manche Geflüchtete die einzige Chance auf ein Bleiberecht. Wichtige Voraussetzung dafür sind ausreichende Deutschkenntnisse, und so ist unterstützen wir, wo es geht, beim Deutschlernen: durch eigenen Unterricht, durch die Vermittlung in andere Kurse und auch, falls es keine öffentliche Förderung gibt, durch die (Teil-)Finanzierung der Kurse. Aber oft sind es gar nicht die Deutschkenntnisse, die den Start in eine Ausbildung erschweren. Die Berufsschulen stellen oft auch in den anderen Fächern hohe Anforderungen. So konnte ein Flüchtling, der gerne eine Ausbildung als Altenpfleger machen wollte, diese nicht aufnehmen, weil er kein Englisch konnte.

Eine weitere Mammutaufgabe für den Freundeskreis ist es, Wohnungen zu finden. Nach Abschluss des Asylverfahrens und spätestens nach 2-jährigem Aufenthalt müssen/dürfen die Geflüchteten die Gemeinschaftsunterkunft verlassen. Aber jeder weiß ja, was für ein Kunststück es ist, auf dem freien Wohnungsmarkt in Esslingen ein Zimmer oder eine kleine Wohnung zu finden. Mithilfe von privaten Beziehungen der Engagierten ist es uns trotzdem gelungen, einige Flüchtlinge privat unterzubringen. Allen, die dies möglich machen, ganz herzlichen Dank! Wer keinen privaten Wohnraum findet, kommt in eine städtische Anschlussunterbringung. Da gibt es schöne Konzepte wie die Hoffnungshäuser, die allerdings nur sehr begrenzte Plätze haben. Den meisten bleibt nichts anderes übrig als die Unterbringung in einer Obdachlosenunterkunft. Kein guter Ausgangspunkt für die jungen Männer, die sich um Integration in unsere Gesellschaft bemühen! Viele unserer ehemaligen Bewohner bleiben über das Begegnungscafé weiter mit uns in Kontakt. Darüber freuen wir uns immer.

So gehen uns die Aufgaben gerade nicht aus. Wir freuen uns, wenn Sie sich für die Arbeit des Freundeskreises interessieren. Weitere Infos und Kontaktmöglichkeiten finden Sie auf unserer Homepage (www. freundeskreis-fluechtlinge-oberesslingen.de)

Stefanie Eichler

(Freundeskreis Flüchtlinge Oberesslingen)

  1. August 2019